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Lokale KI für Kanzleien und Steuerberater

Lokale KI hilft Anwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern bei Schriftsätzen, Belegen und Akten, ohne dass Mandantendaten die Kanzlei verlassen.

Läuft lokal · Mandantendaten bleiben in der Kanzlei · Software aus Dresden

Was bedeutet lokale KI für eine Kanzlei?

Lokale KI für eine Kanzlei bedeutet, dass ein Sprachmodell auf einem Server im Kanzleinetz läuft, nicht auf fremden Cloud-Servern. Schriftsätze, Belege, Akten und Mandantendaten werden vor Ort verarbeitet und nicht übertragen. So bleibt die Verschwiegenheit gewahrt, und die DSGVO-Prüfung wird deutlich einfacher.

Das gilt für Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gleichermaßen, alle drei sind Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB. Darunter findest du die Fragen, die sich Kanzleien vor dem KI-Einsatz am häufigsten stellen. Kurz gesagt: Für Mandantengeheimnis und Datenschutz entscheidet vor allem, wo die Daten verarbeitet werden.

Das Werkzeug dafür ist Arasul. Arasul hostet Apps auf deinem Server, hier also auf einem Server in der Kanzlei, und die Sprachmodelle rechnen auf demselben Server.

Cloud-KI gegen lokale KI in der Kanzlei

Dieselbe Aufgabe, zwei sehr unterschiedliche Folgen für Verschwiegenheit und Datenschutz.

Wo die Daten liegen
Cloud-KIGehen an einen externen Anbieter, oft außerhalb der EU
Lokale KI (Arasul)Bleiben auf dem Server im Kanzleinetz
§ 203 StGB
Cloud-KISchon die Zugriffsmöglichkeit des Anbieters gilt als Offenbaren, erlaubt nur unter engen Bedingungen (§ 203 Abs. 3 StGB)
Lokale KI (Arasul)Kein Dritter mit Zugriff, die Frage nach § 203 Abs. 3 StGB stellt sich nicht
Verträge
Cloud-KIAVV nach Art. 28 DSGVO plus Verpflichtung nach § 43e BRAO oder § 62a StBerG
Lokale KI (Arasul)Kein externer Dienstleister für die KI selbst
Einwilligung des Mandanten
Cloud-KIBei mandatsbezogener Nutzung erforderlich
Lokale KI (Arasul)In der Regel nicht nötig, weil kein Geheimnis nach außen dringt
Kosten
Cloud-KILaufendes Abo pro Nutzer, steigt mit dem Team
Lokale KI (Arasul)Server und Lizenz einmalig, dazu Strom und freiwillig die Wartung

Warum Mandantendaten besonders sensibel sind

In einer Kanzlei läuft fast alles über Daten, die unter die Schweigepflicht fallen. Ein Schriftsatz, die Bilanz einer GmbH, eine Umstrukturierung oder eine Lohnabrechnung gehören dazu, sogar die bloße Tatsache, dass jemand Mandant bei dir ist. Anders als die DSGVO schützt § 203 StGB fremde Geheimnisse unabhängig davon, ob sie natürliche Personen betreffen. Deshalb reicht DSGVO-Konformität allein nicht: Ein Datenschutzverstoß führt zu einem Bußgeld gegen die Kanzlei, ein Verstoß gegen die Schweigepflicht ist eine Straftat des Berufsträgers persönlich, mit berufsrechtlichen Folgen bis zum Widerruf der Zulassung.

Bei Cloud-KI gehen diese Daten an einen Dritten, dessen Unterauftragnehmer und Serverstandorte du kaum überblickst. Bei lokaler KI verarbeitet die Kanzlei alles selbst, im eigenen Netzwerk.

Deine internen Apps entstehen mit dem offenen Ara-Kit in Claude Code und laufen auf deinem eigenen Server. Nur beim Bauen arbeitet Claude Code außerhalb der Kanzlei; dafür reichen Beispieldaten ohne Mandatsbezug. Im Betrieb verarbeitet die App die echten Akten auf dem Server in der Kanzlei.

Dürfen Anwälte und Steuerberater KI nutzen?

Ja. Es gibt kein berufsrechtliches Verbot, KI in einer Kanzlei einzusetzen. Die Bundesrechtsanwaltskammer beschreibt in ihrem Leitfaden, wie Anwälte KI verantwortungsvoll nutzen können, die Bundessteuerberaterkammer tut das in ihrem FAQ-Katalog für den steuerberatenden Berufsstand. Der Haken liegt nicht im Ob, sondern im Wie. Sobald du Mandantendaten verarbeitest, greifen die DSGVO und die Verschwiegenheitspflicht nach § 203 StGB zugleich, und beide prüfst du getrennt. Allgemeine Recherche zu Gesetzesänderungen oder Textbausteine ohne Mandatsbezug sind unkritisch. Alles mit Bezug zu einem konkreten Mandat braucht eine saubere Grundlage, und genau die ist bei öffentlichen Cloud-Diensten schwer zu schaffen. Am einfachsten wird es mit einem Sprachmodell, das auf einem Server in der Kanzlei läuft.

Ist ChatGPT für Kanzleien DSGVO-konform?

Nicht automatisch. Wenn jemand einen Vertrag, einen Jahresabschluss oder eine Mandantenakte in ein öffentliches KI-Tool kopiert, gehen diese personenbezogenen Daten an einen externen Anbieter, oft mit Servern außerhalb der EU. Nach der DSGVO brauchst du dafür eine Rechtsgrundlage, einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 und je nach Fall eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35. Bei US-Anbietern kommt der CLOUD Act hinzu, der die Herausgabe von Daten erzwingen kann, selbst wenn die Server in Frankfurt stehen. Die Bundessteuerberaterkammer formuliert es deutlich: Ohne Einwilligung des Mandanten dürfen bei öffentlich zugänglichen KI-Diensten keinerlei Daten eingegeben werden, die Rückschlüsse auf Mandanten zulassen. Lokale KI erspart dir den größten Teil dieser Prüfungen, weil die Verarbeitung in der Kanzlei bleibt und nichts an einen Dritten übermittelt wird.

Verletzt Cloud-KI die Verschwiegenheit nach § 203 StGB?

Sie kann es. Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind Berufsgeheimnisträger nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB, für sie reicht DSGVO-Konformität nicht aus. Das unbefugte Offenbaren eines fremden Geheimnisses ist eine Straftat, die dem Berufsträger persönlich Geldstrafe oder Freiheitsstrafe androht, nicht nur der Kanzlei ein Bußgeld. Nach der Auslegung der Kammern kommt es nicht darauf an, ob der Anbieter die Daten tatsächlich liest. Es genügt, dass er die Möglichkeit dazu hat. Damit ist bereits der Upload eines Dokuments oder ein Prompt mit Mandatsbezug auf fremde Server tatbestandsmäßig, auch wenn dort nie ein Mensch hineinschaut. Erfasst ist praktisch alles aus einem Mandat, sogar der bloße Umstand, dass überhaupt ein Mandat besteht. § 203 Abs. 3 StGB erlaubt das Einbinden mitwirkender Dienstleister nur unter engen Bedingungen, die § 43e BRAO und § 62a StBerG näher regeln und die Standardverträge großer Anbieter selten erfüllen. Läuft das Modell dagegen auf dem Server in der Kanzlei, ist niemand Drittes beteiligt, dem etwas offenbart würde. Mandantendaten bleiben in der Kanzlei. Damit stellt sich die Frage nach § 203 Abs. 3 StGB gar nicht erst.

Wofür nutzen Kanzleien lokale KI konkret?

Für die alltägliche Arbeit mit Mandatsbezug. In der Anwaltskanzlei heißt das: Schriftsätze und Anschreiben entwerfen, Fristen und Formalien prüfen, lange Verfahrensakten zusammenfassen und in Verträgen und Akten gezielt nach einer Fundstelle suchen. In der Steuerkanzlei kommen Belege und Rechnungen dazu, deren Beträge strukturiert übergeben werden, dazu Gesprächsnotizen, aus denen ein sauberer Vermerk wird, und Mandantenanfragen, die vorformuliert bereitliegen. Weil die KI auf deinen eigenen Unterlagen arbeitet, statt aus dem allgemeinen Internet zu antworten, lässt sich jedes Ergebnis an der Quelle prüfen. Für solche strukturierten Aufgaben liefern lokale Open-Source-Modelle in der Praxis gute Ergebnisse. Wo es auf das Maximum an Sprachverständnis ankommt, bleibt die Cloud überlegen; die nutzt du dann bewusst nur ohne Mandatsbezug.

Was kostet lokale KI für eine Kanzlei?

Lokale KI ist eine einmalige Anschaffung statt eines Abos pro Arbeitsplatz. Einmalig zahlst du den Server und die Lizenz: den NVIDIA DGX Spark mit eingerichtetem Arasul für rund 6.900 Euro und die Arasul-Lizenz für 5.500 Euro, beides netto. Laufend kommt Strom dazu, rund 20 Euro im Monat, gerechnet mit 90 Watt rund um die Uhr, und freiwillig die Wartung mit 2.000 Euro netto je Jahr. Gebühren pro Nutzer oder pro Anfrage gibt es nicht. Cloud-KI kostet dagegen je Nutzer und Monat, in unserer Rechnung 37 Euro. Bei zehn Nutzern liegt der Break-even ohne Wartung bei rund 36 Monaten, mit Wartung bei rund 68 Monaten.

Alle Annahmen und die Summen nach drei und fünf Jahren stehen in der Kostenrechnung.

Mehr zur rechtlichen Tiefe

Warum DSGVO-Konformität allein die Schweigepflicht nicht löst und was § 43e BRAO und § 62a StBerG verlangen, erklärt der Beitrag zu KI und § 203 StGB für Berufsgeheimnisträger. Die Grundlagen des Datenschutzes findest du im Beitrag zu DSGVO-konformer KI.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Diese Seite erklärt, wie lokale KI Verschwiegenheit und DSGVO in Kanzleien typischerweise berührt. Sie ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Deine Pflichten hängen vom konkreten Mandat und den betroffenen Daten ab, prüfe die Einzelheiten daher mit deinem Datenschutzbeauftragten, im Berufsrecht oder mit der zuständigen Kammer.

Bring KI in deine Kanzlei, ohne Mandantendaten an Dritte zu geben.

Arasul hostet Apps auf deinem Server in der Kanzlei, und die Sprachmodelle rechnen dort. Wir zeigen dir, wie das für deine Kanzlei aussieht.

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