Welche Förderung 2026 KI-Hardware bezahlt
Digital Jetzt und go-digital sind Geschichte. Welche Programme im Juni 2026 noch laufen, welche davon wirklich Hardware fördern und was steuerlich möglich ist.
Warum ist Förderung für KI-Hardware 2026 so schwer zu finden?
Die beiden bekanntesten Bundesprogramme sind ausgelaufen: Die Förderrichtlinie zu "Digital Jetzt" war bis zum 31. Dezember 2023 befristet, "go-digital" endete laut BMWK zum 31. Dezember 2024. Einen direkten Nachfolger auf Bundesebene gibt es nicht. Wer heute Zuschüsse für KI-Hardware sucht, muss bei den Ländern anfangen.
Das erklärt, warum die Suche im Netz so frustrierend verläuft. Ein großer Teil der Ratgeber, Vergleichsseiten und IHK-Merkblätter stammt aus der Zeit vor 2024 und verweist weiterhin auf Programme, deren Antragsportale längst abgeschaltet sind. Das Förderportal von "Digital Jetzt" ging im März 2026 vom Netz. Wer sich auf solche Quellen verlässt, plant eine Investition auf Basis einer Förderung, die es nicht mehr gibt.
Gleichzeitig ist der Bedarf da. Laut einer Umfrage des ifo Instituts vom Mai 2026 nutzen 54,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz, wobei mittlere Unternehmen mit 47,2 Prozent hinter den kleinen mit 51,2 Prozent zurückliegen. Das Statistische Bundesamt nennt für das Erhebungsjahr 2025 zwei zentrale Hemmnisse bei den Nichtnutzern: 72 Prozent fehlt das Wissen, 32 Prozent nennen die Kosten.
Bei den Kosten geht es um überschaubare, aber spürbare Summen. NVIDIA hat den Preis des DGX Spark am 27. Februar 2026 auf 4.800 Euro angehoben und begründete das mit gestiegenen Speicherkosten. Für ein KMU liegt eine lokale KI-Box damit in einer Größenordnung, in der ein Zuschuss von 50 Prozent den Ausschlag geben kann. Welche Hardware für welche Teamgröße überhaupt sinnvoll ist, haben wir in der Übersicht zur KI-Hardware-Auswahl aufgeschlüsselt.
Alle Angaben in diesem Artikel entsprechen dem Stand Juni 2026 und wurden auf den Seiten der jeweiligen Fördergeber geprüft. Fördersätze, Budgets und Fristen ändern sich laufend, teilweise innerhalb weniger Wochen. Vor jeder Antragstellung gehört ein Blick auf die Originalseite des Fördergebers.
Welche Bundesprogramme gibt es Mitte 2026 noch?
Auf Bundesebene existiert derzeit kein Investitionszuschuss, der einem KMU direkt Geld für den Kauf von KI-Hardware gibt. Das BMWK verweist in seiner Mitteilung zum Ende von go-digital ausdrücklich auf die Digitalisierungsprogramme der Bundesländer, das Netzwerk der Mittelstand-Digital-Zentren und die Fördermöglichkeiten der KfW.
Die offizielle Begründung für das Ende von go-digital ist bemerkenswert offen formuliert. Das Programm konnte nach Angaben des BMWK "in Anbetracht der weiterhin angespannten Haushaltslage" nach Ablauf der Richtlinie nicht fortgesetzt werden. Es handelt sich also nicht um eine inhaltliche Neuausrichtung, sondern um eine Sparmaßnahme. Das ist für die Planung relevant, denn es bedeutet, dass mit einem zeitnahen Nachfolgeprogramm nicht zu rechnen ist.
Was übrig bleibt, ist Beratung statt Bargeld. Die Mittelstand-Digital-Zentren bieten Workshops, Demonstratoren und Einzelberatung kostenfrei an. Für Unternehmen, die noch am Anfang stehen und erst herausfinden müssen, welche Prozesse sich überhaupt automatisieren lassen, ist das ein sinnvoller erster Schritt. Gegen das von Destatis genannte Wissensdefizit hilft dieses Angebot durchaus. Gegen das Kostenproblem hilft es nicht, denn es fließt kein Geld für die Anschaffung.
Bleibt die KfW. Der ERP-Förderkredit ist ein zinsgünstiges Darlehen, kein Zuschuss. Das Geld muss zurückgezahlt werden, der Vorteil liegt allein im Zinssatz und in der Laufzeit. Bei einer Investition in der Größenordnung einer einzelnen KI-Box lohnt der Aufwand für einen Kreditantrag über die Hausbank selten. Interessant wird das erst bei größeren Digitalisierungsvorhaben, bei denen Hardware nur ein Posten unter vielen ist. Wie sich die Investition unabhängig von jeder Förderung rechnet, zeigt die Kostenrechnung für KI im Mittelstand.
Welche Landesprogramme zahlen wirklich Hardware?
Die Landesprogramme sind die einzige realistische Zuschussquelle, aber die Lage hat sich seit 2025 deutlich verschlechtert. Von den geprüften Programmen läuft nur ein Teil noch, und fast alle behandeln Hardware als Nebensache: Gefördert wird sie meist nur dann, wenn sie zwingend zur Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts gehört.
Die folgende Übersicht enthält nur Programme, die sich im Juni 2026 auf der Seite des jeweiligen Fördergebers verifizieren ließen. Bundesländer, die hier fehlen, sind damit nicht automatisch ohne Angebot, sondern schlicht nicht belastbar zu prüfen gewesen.
| Bundesland | Programm | Fördersatz | Höchstbetrag | Hardware förderfähig |
|---|---|---|---|---|
| Bayern | Digitalbonus Standard | bis 50% | 7.500 EUR | Nur eingeschränkt |
| Bayern | Digitalbonus Plus | bis 50% | 30.000 EUR | Nur eingeschränkt |
| Sachsen | Digitalisierung Zuschuss EFRE, Heranführung | bis 60% | 10.000 EUR | Nur projektnotwendig |
| Sachsen | Digitalisierung Zuschuss EFRE, Transformation | bis 50% (klein), 35% (mittel) | 60.000 bzw. 100.000 EUR | Nur projektnotwendig |
| NRW | Mittelstand Innovativ und Digital, MID-Digitalisierung | bis 50% | 15.000 EUR | Nein |
| Thüringen | Digitalbonus Thüringen | bis 50% | 15.000 EUR | Antragsstopp seit 15.03.2026 |
| Berlin | Digitalprämie Berlin | entfällt | entfällt | Antragstellung geschlossen |
| Niedersachsen | Digitalbonus.Niedersachsen | entfällt | entfällt | Ausgelaufen zum 31.12.2025 |
| Baden-Württemberg | Digitalisierungsfinanzierung | Darlehen mit Tilgungszuschuss | bis 250.000 EUR | Kredit, kein Zuschuss |
Bayern ist der verlässlichste Kandidat, weil das Programm nach Angaben des Freistaats bis zum 31. Dezember 2027 läuft. Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit weniger als 50 Mitarbeitern und höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme. Die Hardware-Regel ist allerdings eng: Standard-IT wie Laptops, Server oder Tablets ist ausdrücklich nicht förderfähig, weil der Digitalbonus keine Geräte bezuschusst, die ohnehin angeschafft würden. Förderfähig ist Hardware im Bereich Robotik sowie IKT-Hardware im Förderbereich IT-Sicherheit.
Sachsen fördert über den EFRE mit den höchsten Beträgen. Kleinstunternehmen erhalten in Heranführungsprojekten bis zu 60 Prozent bei maximal 10.000 Euro direkten Kosten, kleine Unternehmen in Transformationsprojekten bis zu 50 Prozent bei maximal 60.000 Euro, mittlere Unternehmen bis zu 35 Prozent bei maximal 100.000 Euro. Ein Tarifbonus von 10 Prozentpunkten kommt hinzu, wenn das Unternehmen während der Projektlaufzeit tarifgebunden ist. Die Mindestsumme liegt bei 5.000 Euro, die Projektlaufzeit bei maximal zwölf Monaten. Auch hier gilt: Standard-IT wie Notebooks, Drucker und Telefone ist explizit ausgeschlossen, Hardware nur dann förderfähig, wenn sie für den Projekterfolg unmittelbar notwendig ist.
Nordrhein-Westfalen zeigt, wie schnell sich ein Programm gegen den eigenen Anwendungsfall drehen kann. MID-Digitalisierung fördert seit der Neufassung zum 1. Januar 2026 die Entwicklung marktfähiger digitaler Produkte und Dienstleistungen, nicht mehr die Digitalisierung interner Prozesse. Wer eine KI-Box für die eigene Buchhaltung anschaffen will, fällt damit heraus. Dazu kommt ein Losverfahren: Interessenten registrieren sich, monatlich werden Plätze verlost. Im Januar 2026 standen nach Angaben der Wirtschaftsförderung Wuppertal 17 Plätze 260 Interessenten gegenüber.
Der Rest der Liste ist eine Verlustmeldung. Thüringen hat die Mittel ausgeschöpft und einen Antragsstopp zum 15. März 2026 verhängt, eine Neuauflage ist nach Angaben des Landes nicht geplant. Berlin führt die Digitalprämie als geschlossen, die Mittel sind erschöpft, die IBB verweist auf den Berliner InvestitionsBONUS. Niedersachsen listet den Digitalbonus bei der NBank unter den ausgelaufenen Förderungen, die Richtlinie endete zum 31. Dezember 2025. Baden-Württemberg hat die Zuschussvariante der Digitalisierungsprämie Plus zum 1. Juli 2025 gestrichen und alles in die Digitalisierungsfinanzierung überführt, ein Darlehensprogramm mit Tilgungszuschuss, befristet bis zum 30. Juni 2027.
Für die neun hier nicht aufgeführten Bundesländer gilt eine einfache Empfehlung: Der Einstieg über die Förderdatenbank des Bundes liefert einen schnellen Überblick, die belastbare Auskunft kommt aber nur von der Landesförderbank selbst. Die Einträge in Datenbanken und Vergleichsportalen hinken den tatsächlichen Antragsstopps regelmäßig hinterher, wie die Fälle Thüringen und Berlin zeigen. Ein Anruf bei der zuständigen Förderbank oder der örtlichen IHK klärt in wenigen Minuten, ob das Budget für das laufende Jahr überhaupt noch offen ist.
Auffällig ist die Richtung, in die sich die Programme insgesamt bewegen. Wo früher Zuschüsse für Anschaffungen flossen, stehen heute Darlehen, Beratungsleistungen oder eng zugeschnittene Innovationsförderungen. Baden-Württemberg hat den Zuschuss durch einen Kredit ersetzt, Nordrhein-Westfalen hat die interne Prozessdigitalisierung aus der Förderung gestrichen, Berlin und Thüringen haben schlicht kein Geld mehr. Der gemeinsame Nenner ist die Haushaltslage, und sie wird sich kurzfristig nicht ändern.
Daraus folgt eine unbequeme Regel für die Praxis. Wenn du eine KI-Box als reine Hardwareanschaffung beantragst, wirst du in fast jedem Programm abgelehnt. Chancen entstehen erst, wenn die Hardware Teil eines beschriebenen Digitalisierungsvorhabens ist, das einen konkreten Prozess verändert, etwa die automatisierte Verarbeitung von Eingangsrechnungen oder Angeboten. Der Antrag muss außerdem immer vor der Bestellung gestellt werden. Eine bereits erteilte Bestellung, auch eine mündliche, gilt als Maßnahmenbeginn und schließt die Förderung aus.
Was bringt die steuerliche Abschreibung?
Steuerlich ist KI-Hardware besser gestellt als förderrechtlich. Nach dem BMF-Schreiben vom 22. Februar 2022 kann für Computerhardware und Software eine Nutzungsdauer von einem Jahr angesetzt werden. Praktisch lassen sich die Anschaffungskosten damit im Jahr der Anschaffung vollständig absetzen, unabhängig von jedem Förderprogramm.
Wichtig ist die juristische Feinheit dahinter. Das BMF stellt in seinem Schreiben klar, dass es sich nicht um eine Sofortabschreibung, eine besondere Abschreibungsform oder eine eigene Abschreibungsmethode handelt. Die Wirtschaftsgüter unterliegen weiter der regulären Abschreibung nach Paragraf 7 Absatz 1 EStG, es wird lediglich eine kürzere Nutzungsdauer zugrunde gelegt. Das Ergebnis ist wirtschaftlich fast dasselbe, die Formulierung im Jahresabschluss aber eine andere. Diese Frage gehört in die Hände der Steuerberatung, nicht in einen Blogartikel.
Seit Juli 2025 kommt eine zweite Option hinzu. Mit dem Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt am 18. Juli 2025, wurde die degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wieder eingeführt. Sie beträgt nach Angaben des Bundesfinanzministeriums das Dreifache der linearen Abschreibung, höchstens jedoch 30 Prozent, und gilt für Güter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft oder hergestellt werden.
Für KI-Hardware ist die einjährige Nutzungsdauer in aller Regel die attraktivere Variante, weil sie den vollen Betrag sofort wirksam werden lässt, während die degressive Abschreibung ihn über mehrere Jahre streckt. Interessant wird die degressive Abschreibung dort, wo die Hardware Teil einer größeren Anlage ist und nicht unter die Computerhardware-Definition des BMF fällt. Der Steuervorteil ersetzt keinen Zuschuss, aber er ist verlässlicher: Er hängt nicht von Landesbudgets, Losverfahren oder Antragsstopps ab.
Fazit
Die ehrliche Einordnung lautet: Für eine einzelne KI-Box gibt es 2026 in den meisten Bundesländern keine passende Förderung mehr. Wer auf einen Zuschuss wartet, wartet vermutlich vergeblich, und die Zeit, die dabei vergeht, kostet mehr als die Förderung eingebracht hätte.
Das heißt nicht, dass sich der Blick nicht lohnt. In Bayern und Sachsen laufen substanzielle Programme mit Laufzeiten bis 2027, und wer die Hardware in ein sauber beschriebenes Prozessprojekt einbettet, statt sie als Gerätekauf zu beantragen, hat reelle Chancen. Die kostenlosen Angebote der Mittelstand-Digital-Zentren sind unabhängig davon sinnvoll, gerade für Unternehmen, die noch nicht wissen, wo KI bei ihnen ansetzen soll.
Verlässlicher als jede Förderung ist die steuerliche Seite. Die einjährige Nutzungsdauer nach dem BMF-Schreiben senkt die effektive Belastung sofort und ohne Antrag, ohne Frist und ohne Losverfahren. Wer die Investition ohnehin plant, sollte sie eher an dieser Rechnung ausrichten als an einem Zuschuss, der beim nächsten Haushaltsbeschluss verschwinden kann.
Der Zeitdruck ist real. Die Programme in Thüringen, Berlin und Niedersachsen sind innerhalb von 18 Monaten geschlossen worden, in Baden-Württemberg wurde der Zuschuss durch einen Kredit ersetzt. Wer in einem der noch offenen Länder sitzt, sollte nicht bis zum Herbst warten. Wer das nicht tut, plant am besten gleich ohne Förderung und prüft stattdessen, ob sich lokale KI gegenüber der Cloud allein aus den laufenden Kosten trägt. Wie weit der Mittelstand bei KI 2026 insgesamt steht, ordnet die Investition zusätzlich ein.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Fördersätze, Fristen und steuerliche Regelungen ändern sich laufend. Für die verbindliche Beurteilung im Einzelfall sind der jeweilige Fördergeber und die Steuerberatung zuständig.
Quellen
- BMWE: Fragen und Antworten zur Förderung mit Digital Jetzt
- BMWK: go-digital ist ausgelaufen
- Digitalbonus Bayern: Förderprogramm
- Sächsische Aufbaubank: Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027
- Nordrhein-Westfalen fördert: MID-Digitalisierung
- Thüringer Aufbaubank: Digitalbonus Thüringen
- IBB Business Team: Digitalprämie Berlin
- NBank: Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ, ausgelaufen
- L-Bank: Digitalisierungsfinanzierung
- BMF: Nutzungsdauer von Computerhardware und Software, Schreiben vom 22.02.2022
- BMF: Amtliches Einkommensteuer-Handbuch, Anhang 1 V. Abschreibungsvorschriften
- Bundesfinanzministerium: Investitionssofortprogramm Deutschland
- ifo Institut: More than half of companies in Germany use artificial intelligence
- Destatis: Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen
- ComputerBase: NVIDIA DGX Spark, Preis der Founders Edition steigt
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